Synergieeffekte durch Business Process Management + Business Intelligence
Die Kombination von Axon Ivy (einer führenden Plattform für Business Process Automation) und TIBCO Jaspersoft (einer der weltweit am weitesten verbreiteten BI-Suiten) schafft eine leistungsstarke Verbindung zwischen operativer Ausführung und strategischer Analyse. Während Axon Ivy komplexe Geschäftsprozesse orchestriert und digitalisiert, liefert Jaspersoft die nötige Transparenz, um diese Prozesse messbar zu machen.
Wichtige Säulen dieser Verknüpfung sind:
- Embedded Analytics: Berichte werden direkt in die Arbeitsumgebung der Prozessnutzer integriert, anstatt in separaten Silos zu existieren.
- Echtzeit-Transparenz: Prozessdaten aus Axon Ivy werden sofort visualisiert, um Bottlenecks zu identifizieren.
- Automatisierte Dokumentenerstellung: Die Nutzung der Jaspersoft-Engine zur Generierung aufschlussreicher Auswertungen (z. B. Abverkaufsberichte, Lieferscheine) direkt aus einem laufenden Workflow heraus.
Durch die Integration vollzieht sich ein Wandel weg von reinem „Process Monitoring" hin zu Actionable Insights. Mitarbeiter müssen den Workflow nicht mehr verlassen, um fundierte Entscheidungen auf Basis historischer oder aktueller Daten zu treffen. Das Fundament hierfür ist die nahtlose technische Verzahnung beider Systeme über APIs und die gemeinsame Nutzung von Datenquellen, welche im Folgenden näher betrachtet wird.
Nahtlose Reporting-Integration mit Axon Ivy und Jaspersoft
Die Integration von Jaspersoft in die Axon Ivy Plattform ermöglicht es, hochgradig angepasste Berichte und Dashboards als integralen Bestandteil der Prozessanwendung zu nutzen. Jaspersoft fungiert hierbei als spezialisierte Reporting-Engine, die über den Jaspersoft Server Berichte bereitstellt, welche via Frameworks direkt in die Axon Ivy-Oberflächen (Smart-Interfaces) eingebettet werden können.
Konkret profitieren Unternehmen von folgenden Mechanismen:
- Zentrales Repository: Alle Berichtsvorlagen werden zentral im Jaspersoft Server verwaltet. Axon Ivy ruft diese Vorlagen dynamisch auf, übergibt Parameter aus dem aktuellen Prozesskontext (z.B. eine Kunden-ID oder einen Zeitraum) und erhält vom Server die benötigte Auswertung.
- Multi-Format-Export: Ob als interaktive HTML-Ansicht im Browser oder als rechtssicheres PDF-Dokument für den Versand – die Integration stellt sicher, dass Daten konsistent und im richtigen Design ausgegeben werden.
Ein besonderer Vorteil: Die Daten müssen nicht mühsam repliziert werden. Axon Ivy kann als Datenquelle für Jaspersoft dienen, oder beide Systeme greifen auf dieselbe zugrunde liegende Business-Datenbank zu. Dadurch entsteht eine „Single Source of Truth", bei der operative Prozessschritte und deren analytische Auswertung Hand in Hand gehen.
Vorteile der Verknüpfung in der Praxis
Die Kopplung beider Systeme bietet konkrete Mehrwerte für unterschiedliche Rollen im Unternehmen:
- Pixel-Perfect Reporting: Während Standard-Workflows oft nur einfache Tabellen bieten, ermöglicht Jaspersoft die Erstellung hochkomplexer, druckreifer Dokumente. Dies ist essenziell für Branchen mit hohen Compliance-Anforderungen oder für kundenrelevante Dokumente wie Policen oder Angebote.
- Skalierbarkeit und Performance: Durch die Auslagerung der Reporting-Logik auf den Jaspersoft Server bleibt die Performance der Axon Ivy Engine unberührt. Schwere analytische Abfragen belasten nicht den operativen Workflow-Betrieb.
- Self-Service für Business-User: Erfahrene Anwender können mit Jaspersoft eigene Berichte auf Basis der Axon Ivy-Prozessdaten erstellen, ohne dass dafür eine Änderung am Quellcode der Prozessanwendung notwendig ist. Dies erhöht die Agilität der Fachbereiche enorm.
Herausforderungen bei der Implementierung
Trotz der technologischen Reife beider Produkte gibt es bei der Zusammenführung Aspekte, die eine sorgfältige Planung erfordern:
- Datenmodellierung: Die Struktur von Prozessdaten (Axon Ivy) und die Anforderungen an ein analytisches Schema (Jaspersoft) unterscheiden sich oft. Während Axon Ivy transaktionsorientiert arbeitet, benötigt effizientes Reporting oft denormalisierte Daten. Hier muss entschieden werden, ob direkt auf die Prozessdatenbank zugegriffen wird oder eine dedizierte Reporting-Struktur dazwischengeschaltet wird.
- Versionsmanagement: Da Berichte und Prozesse oft gemeinsam weiterentwickelt werden, muss sichergestellt werden, dass Änderungen an der Prozesslogik (z.B. neue Datenfelder) zeitgleich in den Jaspersoft-Vorlagen reflektiert werden, um Laufzeitfehler zu vermeiden. Ein abgestimmtes Deployment-Konzept ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Technischer Deep-Dive: Der Report-Aufruf via REST-Schnittstelle
Um einen Jaspersoft-Bericht nahtlos in einen Axon Ivy Prozess einzubinden, wird in der Regel der Jaspersoft REST v2 Service genutzt. Ein typisches Szenario ist die automatische Generierung eines PDF-Dokuments am Ende eines Prozessschrittes.
Beispiel für einen REST-Aufruf aus Axon Ivy:
Innerhalb einer REST Client Activitiy in Axon Ivy wird der Endpunkt des Jaspersoft Servers angesprochen. Der Aufruf erfolgt mit den variablen Parametern des Falls (z. B. orderId) auf den Server (hier ).
- Endpunkt:
GET https:///jasperserver/rest_v2/reports/reports/sales/OrderConfirmation.pdf?orderId=12345 - Authentifizierung: Erfolgt meist über einen technischen User im Header (
Basic Auth) oder via SSO-Token.
Verarbeitung in Axon Ivy: Der zurückgegebene Stream (PDF-Daten) wird von Axon Ivy abgefangen und kann direkt im Case-Dossier gespeichert, per HTML angezeigt oder als E-Mail-Anhang versendet werden.
Durch diese enge Verzahnung wird der Bericht zum „stillen" Bestandteil der Automatisierung – der Nutzer merkt nicht einmal, dass im Hintergrund ein separates BI-System die Dokumentenerstellung übernimmt.
Fazit: Datengestützte Prozesse als Wettbewerbsvorteil
Die Verknüpfung von Jaspersoft und Axon Ivy ist weit mehr als eine rein technische Integration zweier Tools. Es ist die Verschmelzung von Aktion und Analyse. Während Axon Ivy sicherstellt, dass Aufgaben effizient und regelkonform abgearbeitet werden, setzt Jaspersoft die Dokumentanforderungen professionell um.
Unternehmen profitieren von einer verkürzten „Time-to-Insight": Daten müssen nicht erst exportiert und aufbereitet werden, sondern fließen direkt in die Prozesssteuerung ein. Der Nutzen einer Embedded Analytics Strategie überwiegt hier deutlich – sie schafft eine agile, datengesteuerte Arbeitsumgebung, in der Entscheidungen auf Fakten statt auf Bauchgefühl basieren.
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